Was aber heißt eigentlich nachhaltig?

Mittelstand nachhaltig denken.

mit Cornelia Gärtner am 22. Januar 2026

Eingeladen von

Beate Scheufele
Cornelia Gärtner

Leiterin der Wirtschaftsregion RheinMain und Hessen

Der Mittelstand, BVMW e.V.

Arbeitsschwerpunkte

  • Regionale Lobby-Arbeit für den Mittelstand
  • Betreuung von ca. 450 Mitgliedern in FFM und weitere größere mittelständische Unternehmen mit den drei Fokusthemen „Finanzen & Kapitalmarkt“, „Digitalisierung & KI, „Bildung“ sowie „Frauen im Mittelstand“

Berufserfahrung

Conny ist Dipl. Soziologin und Informatik Betriebswirtin VWA. Sie war vor ihrer Zeit beim BVMW lange in den Themen Marketing und Kommunikation unterwegs z. B. als Client Advisor in Designagenturen, als City-Managerin und als Inhaberin des Frankfurter Marketingbüros

Beate Scheufele In welchen Dimensionen denkst du Nachhaltigkeit?

Cornelia Gärtner Es geht nicht nur um Energiesparen und CO2-Reduktion. Wichtig sind mir auch die sozialen Komponenten und die generelle Ausrichtung für eine lebenswerte Zukunft.

Beate Scheufele Was begeistert dich an nachhaltigem Handeln?

Cornelia Gärtner Ich liebe Effizienz. Nachhaltigkeit heißt immer auch Ressourcen sparen und den Fokus auf die wesentlichen Dinge lenken. Weg vom „schnell – zack – falsch“ zu: was hat Bestand, was lohnt sich – auch noch für die nächste Generation.

Beate Scheufele Mit welchen Herausforderungen hat gerade der Mittelstand im ESG-Kontext zu kämpfen?

Cornelia Gärtner Es gibt Situationen, da ist es wichtig, einen Rettungsring zu erwischen. Dabei ist es in der Not nicht unbedingt möglich, darauf zu achten, ob dieser Rettungsring auch nachhaltig produziert wurde. In der Gemengelage zwischen Bürokratie, Transformation, Arbeitskräftemangel und Lieferengpässen fehlt ab und an die Chance, aus dem Tagesgeschäft auszusteigen und wieder auf das große und Ganze zu schauen. Es fehlt vermeintlich die Muße und die Zeit, strategische Überlegungen anzustellen, die genau in dieser Situation besonders wichtig sind! Dabei geht es vor allem um die Ziele. Sonst laufen wir Gefahr, dass wir mit unseren Unternehmen täglich „gefühlt“ zwar super vorankommt, dabei aber nicht merken, dass wir eventuell in der falschen Richtung unterwegs ist.

Beate Scheufele Mit welcher Haltung begegnen mittelständische Unternehmen diesen Herausforderungen?

Cornelia Gärtner Viele sind erfahren und wendig genug, um sich gerade als KMU schlank an neue Situationen anzupassen. Die großen Tanker habe da längere Zeiträume für Entscheidung, Planung und Umsetzung. Viele holen sich Unterstützung im Netzwerk, aber einige sind überfordert und geben auf.

Beate Scheufele Was wünscht du dir von der Politik für den Mittelstand?

Cornelia Gärtner Ein offenes Ohr für die Themen kleinerer Unternehmen. Rahmenbedingungen mit Maß für KMU schaffen. Mehr betriebswirtschaftliches Know-How in der Politik. Abbau von Bürokratie und mehr digitale Prozesse in der Verwaltung. Einsatz für Demokratie und offene Marktbedingungen. Sinnvolle Ausschreibungspraktiken – im Sinne der Nachhaltigkeit!

Beate Scheufele Wie siehst du die weitere Entwicklung für die Zukunft im Bereich Nachhaltigkeit?

Cornelia Gärtner Einerseits mit Sorge, andererseits aber und mit einem klaren Blick auf Chancen: Mit den Kernkompetenzen des Deutschen Mittelstands können wir weltweit zu einer zukunftsfähigen Entwicklung beitragen.